Gemüse aus dem eigenen Garten ernten; es gibt nichts Schmackhafteres und Gesünderes als das! Aber Ungeziefer, Kälte und Regen können Ihre Ernte ganz schön verderben. Glücklicherweise bietet da ein Gewächshaus eine gute Lösung, denn das Klima ist immer idealer, man hat die Beregnung selber im Griff, und es hält Schnecken und Vögel fern. Kunststoffe wie Plexiglas® und Polycarbonat sind infolge ihrer Stärke und Schlagfestigkeit ein beliebtes Material für den Bau von Gewächshäusern. Es eignet sich nicht nur für überdachte Parkplätze, Überdachungen oder Windschutzvorrichtungen, sondern auch für grundsolide Gewächshäuser. Haben Sie einen grünen Daumen, und sind Sie ein wenig geschickt? Dann können Sie auf einfache Art und Weise Ihr Gewächshaus selber bauen mit strapazierfähigem Plexiglas® und einer Polycarbonat Verglasung. Wir geben Ihnen gerne die wichtigsten Tipps für den Bau des Gewächshauses sowie das Anbringen der Kunststoffverglasung, aber selbstverständlich steht Ihnen das Modell frei.

1 Schritt: Bestimmen Sie den Standort und die Abmessungen

Es versteht sich natürlich von selbst, dass Ihr Gewächshaus einen schönen Platz in der Sonne bekommt, aber Sie sollten auch den Windeinfluss berücksichtigen. Ein Gewächshaus hat eine große senkrechte Oberfläche, und zudem weisen Kunststoffplatten ein ziemlich geringes Gewicht auf. Dies bedeutet, dass auch ein leichter Wind schon zu einer starken Belastung für das Gerüst führt. Steht Ihr Gewächshaus voll im Wind, dann müssen Sie eine stabile Verankerung bauen. Ein solider Unterbau ist sowieso unentbehrlich, selbst wenn das Gewächshaus im Windschatten steht.

Die Abmessungen werden durch zwei Faktoren bestimmt: der verfügbare Platz des Standortes sowie die Abmessungen einer ganzen Platte. Das Standardmaß einer ganzen Polycarbonat Platte ist 305 cm lang und 205 cm breit. Da die meisten Gewächshäuser eine Firsthöhe von 250 – 280 cm haben, sind die vertikalen Seiten gewöhnlich etwa 2 m hoch. Aus einer ganzen Platte können drei Bahnen von 1 m breit und 2,05 m hoch gesägt werden. Damit haben Sie ein schönes Breiten- und Höhenmaß. Die vertikalen Stützbalken haben einen Zwischenraum von etwas mehr als 1 m. Dies trägt zur Stabilität und Windbeständigkeit des Gewächshauses bei.

Die Abmessungen der niedrigen Seitenwand können Sie ganz selber bestimmen. Sie können zum Beispiel eine ganze Platte in Bahnen von 75 cm Breite sägen. Wenn man ein Element gelenkig macht, hat man ein gängiges Maß für eine Türe.

2 Schritt: Verankerung anbringen und den Unterbau des Gewächshauses anlegen

Es gibt verschiedene Verankerungs- und Unterbautechniken für Gebäude, aber nicht jeder Heimwerker verfügt über die benötigten Materialien und Werkzeuge. Deshalb beschränken wir uns auf die Materialien, die in jedem Baumarkt erhältlich sind: Holz und Eisenwaren. Den Unterbau fertigen Sie aus Hartholz –  Pfählen von 60 x 60 mm an. Mithilfe von Eckbügeln oder Winkeleisen schrauben Sie die Unterbaubalken zu einem Rechteck zusammen. Dieses Rechteck legen Sie an den Bestimmungsort des Gewächshauses.

Für die Verankerung im Boden benötigen Sie sechs Hartholzpfähle mit einer Länge von je 70 cm. Vier Pfähle stellen Sie in die Ecken des Unterbaus, die übrigen zwei in die Mitte der beiden langen Seiten. Treiben Sie die Pfähle anschließend so tief in den Boden, dass die Pfähle noch maximal 60 mm (Breite der Unterbaubalken) aus dem Boden herausragen. Sollten die Pfähle zu weit herausragen, dann können Sie diese später nach Maß absägen. Sie können eventuell auch die Löcher ausgraben und die Pfähle in Beton gießen. Dies ist noch stabiler als das Rammen der Pfähle in den Boden.

Der Unterbau wird mit Außensechskant – Holzschrauben mit einem Durchmesser von 12 mm an den Bodenpfählen befestigt. Die Löcher im Hartholz müssen vorgebohrt werden. Beginnen Sie mit einem Bohrer von 5 mm, im Anschluss daran verwenden Sie einen Bohrer von 9 mm. Anschließend bohren Sie ein Loch von 12 mm nur durch die Unterbaubalken. Bohren Sie bloß ein Befestigungsloch pro Mal. Befestigen Sie die Unterbaubalken an einer Ecke mit einer Außensechskant – Holzschraube, und verwenden Sie jedes Mal eine Setzwaage, um das nächste Bohrloch beziehungsweise den Montagepunkt zu bestimmen.

3 Schritt: Das Aufstellen der Seitenwände

Mithilfe von Eckbügeln schrauben Sie die vertikalen Stützbalken auf die Unterbaubalken der langen Seite. Stellen Sie jedes Mal an der linken und rechten Seite des Gewächshauses die Stützbalken auf, die sich gegenüberstehen. Diese beiden Stützbalken verbinden Sie an der Oberseite mit einem Eckbügel und einem Querbalken aneinander, auf diese Weise können sie nicht nach innen umfallen. Wenn alle Stützbalken montiert worden sind, schrauben Sie der Länge nach über die Querbalken vorübergehend einen Längsträger. Nun hat das Skelett Ihres Gewächshauses die erforderliche Stabilität, und Sie können weitermachen mit dem Einsetzen der Kunststofffenster.

Die Fenster montieren Sie in sogenannte Aluminium U- Profile; diese sind in jedem Baumarkt erhältlich. An der Unterseite des Profils befinden sich normalerweise Schraublöcher, womit man das Profil problemlos an den Stützbalken festschrauben kann. In den Ecken sägen Sie die Profile auf Gehrung, so dass sie schön aufeinander passen. Schrauben Sie die U- Profile anschließend auf den Unterbaubalken und gegen die vertikalen Stützbalken. Bitte brauchen Sie alle Schraublöcher in den Profilen, der Stabilität halber! Sie können die Profile eventuell gegen die Innen- und Außenseite des Profils mit Schaumstoffklebeband bekleben. Dies verhindert das Klappern der Fenster. Die Fenster werden ohnehin mit Kitt abgedichtet; diese Maßnahme reicht normalerweise aus gegen das Klappern.

Nun können Sie die Fenster einsetzen. Lassen Sie sie vorsichtig von oben her in die Profile hinuntergleiten. Auch wenn nur ein leichter Wind weht, werden Sie merken, dass er dennoch viel Kraft auf die Konstruktion ausübt. Darum machen Sie schnell weiter mit der Fertigstellung und Stabilisierung des Gewächshauses.

4 Schritt: Die Dachkonstruktion aufbauen

Beim Entwurf des Dachs können Sie sich in voller Freiheit entscheiden. Sie können sich für ein traditionelles Spitzdach entscheiden, aber ein Schleppdach oder ein Flachdach gehören natürlich auch zu den Möglichkeiten. Die Dachkonstruktion wird von einem Balken getragen, der obenauf den vertikalen Stützbalken der langen Seite liegt. Dieser Balken wird Fußpfette genannt. Diese Fußpfette ist auf Gehrung gesägt. Der Winkel der Gehrung stimmt überein mit der Dachschräge. Die flache Seite der Fußpfette liegt auf den Stützbalken; auf der schrägen Seite werden Dachsparren befestigt. Die Gehrung der Fußpfette ist demzufolge vom Modell des Daches sowie der Dachschräge abhängig. Daher ist es sinnvoll, um das Ganze vorher zu berechnen. In jedem Baumarkt kann man Balken über die ganze Länge auf Gehrung sägen lassen.

Die Fußpfette liegt obenauf den vertikalen Stützbalken und wird mithilfe von Eckbügeln an den Stützbalken festgeschraubt. Den Rest der Dachkonstruktion können Sie auf dieselbe Art und Weise aufbauen. Entscheiden Sie sich für eine traditionelle Form des Gewächshauses, dann müssen Sie auch eine Firstpfette

in die Konstruktion einbauen. Dabei handelt es sich um einen Balken, worauf letztendlich der Firstziegel (Abdeckung des Firstes) montiert wird. Es empfiehlt sich, um einen Teil des Daches gelenkig zu konstruieren, damit Sie ihn bei hohen Temperaturen im Innern öffnen können. In Baumärkten ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Bügeln erhältlich. Dadurch sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt, und Sie können Ihre Dachkonstruktion selber entwerfen. Die wichtigste Angelegenheit ist aber die Montage der Kunststoff Dachplatten auf Ihrem Gewächshaus. Dies funktioniert auf eine andere Weise als das Einsetzen der Glasscheiben.

5 Schritt: Das Dach montieren

Das Dach wird nämlich nicht in U- Profile montiert, sondern direkt auf das Holz geschraubt. Als Material für das Dach empfehlen wir Ihnen Polycarbonat Stegplatten (Hohlkammerplatten). Dieses Plattenmaterial ist sehr stark, und die Bruchgefahr durch z.B. Hagelschlag oder umherfliegende Äste ist gleich null. Alle Schraublöcher in der Platte müssen vorgebohrt werden. Bohren Sie dafür alle 15 cm ein Schraubloch. Verwenden Sie für das Festschrauben am besten gewöhnliche flache und keine versenkten Schrauben. Dies verhindert das Einreißen beim Festdrehen. Montieren Sie zwei Platten nebeneinander, dann verwenden Sie ein H- Profil zwischen beiden Platten. Dies sorgt für eine nahtlose Verbindung. Wenn Sie alle Dachplatten montiert haben, können Sie mit der Vollendung beginnen.

Haben Sie ein traditionelles Gewächshausmodell mit zwei schrägen Dachhälften ausgewählt, dann müssen Sie den First mit einem Firstziegel abdecken. Dieser verhindert das Hineinregnen. Anschließend kitten Sie alle Ränder zu: die offenen Seiten der Stegplatten sowie entlang den Rändern der H- Profile und entlang dem Firstziegel. Zum Schluss kitten Sie auch die Nähte entlang der Verglasung zu. Ihr Gewächshaus ist jetzt gebrauchsfertig. Sie müssen nur noch einen Flur oder eine Reihe Fliesen anbringen.

Mithilfe unserer praktischen Tipps ist ein Gewächshaus selber bauen kinderleicht!

Erforderliches

    • Hartholz Grundpfähle
    • Hartholz Pfähle für den Unterbau
    • Holzbalken (Fichtenholz) für die Seitenwände (mindestens 50 x 30 mm)
    • Eckbügel
    • Schrauben aus korrosionsfestem Edelstahl
    • Aluminium U- und H- Profile
    • Beton (für das Eingießen der Grundpfähle)
    • Acrylkitt
    • Außensechskant Holzschrauben mit einem Durchmesser von 12 mm
    • Bohrer 5, 9 und 12 mm
    • Schrauben mit versenktem Kopf, 3 – 4 mm
    • Schrauben mit flachem Kopf, 3 – 4 mm