PLEXIGLAS® bearbeiten

Polycarbonat bohren

PLEXIGLAS® lässt sich mit den richtigen Werkzeugen und den richtigen Vorbereitungen problemlos bearbeiten. Geben Sie aber Acht bei der Wahl des PLEXIGLAS®type. Es gibt zwei Arten: extrudiertes und gegossenes PLEXIGLAS®. Wenn Sie vorhaben, die Platte intensiv zu bearbeiten, empfehlen wir Ihnen die gegossene Version. Die Sache ist, extrudiertes PLEXIGLAS® weist immer eine innere Materialspannung auf. Dies liegt an der Art und Weise, wie extrudiertes PLEXIGLAS® hergestellt wird. Flüssiges PLEXIGLAS® in einer Plattenform wird durch eine Matrize gepresst und anschließend auf die richtige Dicke ausgewalzt. Gegossenes PLEXIGLAS® hingegen wird einfach in die richtige Form gegossen, ohne ausgewalzt zu werden. Infolgedessen gibt es bei gegossenem PLEXIGLAS® keine innere Spannung und bei extrudiertem PLEXIGLAS® schon. Extrudiertes PLEXIGLAS® splittert oder bricht daher bei der Bearbeitung schneller als gegossenes PLEXIGLAS®. Dennoch lässt sich extrudiertes PLEXIGLAS® zwar bearbeiten, aber hier ist Vorsicht geboten. Nachfolgend finden Sie weitere Informationen zur Bearbeitung von PLEXIGLAS®.

Auf diese Weise lässt sich PLEXIGLAS® bearbeiten

Die Möglichkeiten zur Bearbeitung von PLEXIGLAS® sind vielseitig. In den Blöcken unten finden Sie die verschiedenen Bearbeitungsoptionen für PLEXIGLAS®. Sie sehen unter anderem, dass PLEXIGLAS® gesägt, geklebt, gebohrt, geschnitten und sogar gebogen werden kann. Wie oben bereits erwähnt, empfehlen wir daher die gegossene PLEXIGLAS® Variante, wenn Sie dieses Material wirklich intensiv bearbeiten wollen.

Mit dem richtigen Werkzeug und der fachgemäßen Methode können Sie PLEXIGLAS®️ Platten gut bearbeiten. Dabei möchten wir gerne anmerken, dass gegossenes PLEXIGLAS®️ bearbeiten wesentlich einfacher ist als extrudiertes. Wenn Sie vieles am PLEXIGLAS®️ bearbeiten möchten, dann empfehlen wir Ihnen, gegossenes PLEXIGLAS®️ zu verwenden. Die Gefahr des Reißens und Brechens ist dann sehr gering. Aber mit der nötigen Behutsamkeit können Sie auch eine extrudierte Platte ziemlich gut bearbeiten. PLEXIGLAS®️ Platten bearbeiten kann man mittels sägen, fräsen, bohren, schmirgeln und polieren. Nun folgen die wichtigsten Howtos (Gewusst-wie / Kurzanleitungen) für die Bearbeitung von PLEXIGLAS®️.

Erforderliches für das PLEXIGLAS®️ bearbeiten:

  • HSS Bohrer in zunehmendem Durchmesser
  • Bohrmaschine mit einer variablen Drehzahl
  • Eventuell eine Säulenbohrmaschine
  • Schraubzwingen oder Gripzangen
  • Untergrund, wo der Bohrer austreten kann

PLEXIGLAS®️ bohren

Für das Bohren in PLEXIGLAS®️ müssen Sie HSS (High Speed Steel) Bohrer und eine Bohrmaschine mit variabler Drehzahl verwenden. Legen Sie das PLEXIGLAS®️ auf einen flachen Untergrund (zum Beispiel eine Holzplatte), wo der Bohrer austreten kann. Eventuell können Sie neben dem Bohrloch (wo der Bohrer eintritt) mit Schraubzwingen ein paar Leisten einklemmen. Auf diese Weise wird die Platte neben dem Bohrloch gut angedrückt. Damit verhindern Sie, dass die Platte während des Bohrens „emporklettert“ und dann reißt oder bricht.

Wenn Sie das Bohrloch abzeichnen wollen, zeichnen Sie es dann nicht ab auf die Schutzfolie, sondern kleben Sie einen Streifen Malerklebeband auf die gewünschte Stelle. So verhindern Sie, dass die Reißnadel Kratzer auf dem PLEXIGLAS®️ hinterlässt. Stellen Sie die Bohrmaschine auf 75 Prozent seiner maximalen Drehzahl ein, und drücken Sie nur leicht auf den Bohrer. Das PLEXIGLAS®️ lässt sich dann am besten spanen, ohne dass der Bohrer `zuschnappt` und ohne dass das Material heiß wird und anfängt zu verkleben.

PLEXIGLAS®️ sägen

PLEXIGLAS®️ kann mit einer Kreissäge oder einer Stichsäge geschnitten werden. Für beide Sägen gilt, dass Sie ein Sägeblatt mit feiner Verzahnung verwenden müssen. Wenn Sie die Schnittlinie abzeichnen wollen, kleben Sie dann zuerst einen breiten Streifen Malerklebeband auf die Stelle der Schnittlinie, sowohl an der Unter- als an der Oberseite! Das Klebeband muss breit genug sein für die Gleitsohle der Stichsäge, wodurch sie die Oberfläche der PLEXIGLAS®️ Platte nicht beschädigt.

Benutzen Sie eine Kreissäge, dann müssen Sie ein Wechselzahn – Sägeblatt mit vielen Zähnen verwenden, zum Beispiel eine Widia – Verzahnung. Mit einer Kreissäge können Sie sowohl gegossenes als extrudiertes PLEXIGLAS®️ sägen; mit einer Stichsäge können Sie nur gegossenes PLEXIGLAS®️ sägen. Bei der Verwendung der Kreissäge empfehlen wir Ihnen, ein spezielles Sägeblatt für Kunststoff auszuwählen; ansonsten ein Sägeblatt für Nichteisenmetall. Es ist notwendig, dass der Pendelhub der Stichsäge ausgeschaltet ist, sonst bricht die Platte an der Oberfläche. Sägen Sie mit 40 Prozent der maximalen Sägegeschwindigkeit, und forcieren Sie die Säge nicht. Lassen Sie die Säge sich ruhig durch das Material arbeiten; die Säge soll alleine ihre Arbeit tun. Mehr Informationen über das Sägen von PLEXIGLAS®️ können Sie auch in unserem Artikel lesen, der ganz diesem Thema gewidmet ist.

Sägeschnitt vollenden

Bevor Sie die Sägespuren, die nach dem Sägen zurückbleiben, abarbeiten können, müssen die tiefsten Rillen weggeschmirgelt werden. Sie fangen mit der Körnung 80 an, schmirgeln die Ränder schön glatt und gerade und wiederholen dies anschließend mit einer feineren Körnung, zunehmend von 80  auf 200 und letztendlich mit einer 800 Körnung.  Mehr Tipps finden Sie im Artikel `PLEXIGLAS®️ polieren`. Sollten Sie das PLEXIGLAS®️ auch noch biegen wollen, dann können Sie alles darüber lesen im unserem Artikel `PLEXIGLAS®️ biegen`.